Castra Regina, quo vadis? – Das spätantike Regensburg im Spannungsfeld von Niedergang und Wiederaufstieg

in der Reihe "Zwischen den Zeiten: Umbrüche und Übergänge in der Geschichte Regensburgs"

Vortrag

Nachdem man früher zumeist den Untergang römischer Kultur in Regensburg und damit eine Zäsur beklagt hat, betont die jüngere Forschung eher eine kontinuierliche Entwicklung zur frühmittelalterlichen Residenz - auch auf Grundlage neuerer Grabungsergebnisse. Schriftliche Quellen wie die Vita Sancti Severini sprechen jedoch eine andere Sprache, wenn sie etwa berichten, dass im 5. Jahrhundert die Städte und Kastelle am Oberlauf der Donau zerstört seien oder "öde daliegen". Liegt die Wahrheit, wie so oft, irgendwo in der Mitte? Oder sind "Umbrüche" generell nur der retrospektiven Betrachtung geschuldet und werden von Zeitgenossen eher als kontinuierliche Übergänge empfunden?

Das Schlagwort "Zeitenwende" hat in der aktuellen politischen Diskussion Hochkonjunktur. Auch in der Geschichte Regensburgs gab es immer wieder Phasen und Ereignisse, die tiefgreifende Umbrüche oder Übergänge für die Stadtbevölkerung mit sich brachten. Einige dieser lokalhistorischen "Zeitenwenden" werden in der diesjährigen Vortragsreihe zum kulturellen Jahresthema gezielt in den Blick genommen und eingehender betrachtet. Vier renommierte Wissenschaftler erläutern dabei den Niedergang und Wiederaufstieg Castra Reginas in der Spätantike, das bayerische "Intermezzo" Regensburgs und die kaiserliche Politik Ende des 15. Jahrhunderts, die regionalen Folgen von neuzeitlichen Vulkanausbrüchen sowie die kurze, aber intensive Reformperiode unter der Herrschaft Karl Theodor von Dalbergs Anfang des 19. Jahrhunderts.

Referent:

Dr. Oliver Grote

Datum Mi 05.10.2022, 19:00 Uhr
Ort Großer Runtingersaal, Keplerstr. 1, 93047 Regensburg
Gebühr kostenfrei
Veranstalter Kulturreferat der Stadt Regensburg, Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg mit KEB
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